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Abnützungsschlacht zum Abschluss der Nationalliga A-Saison

Im Vorfeld des Spiels zwischen den Winterthur Warriors und den Basel Gladiators wurde von „Kehrausspiel“ gesprochen und schon fast bedauert, dass es ein Spiel, in dem es um nichts mehr geht, ausgetragen wird. Aber es gehört nun mal zum Teamsport mit mehr als einer Mannschaft, dass Spiele noch durchgeführt werden, auch wenn der Ausgang keinen Einfluss auf die Rangliste mehr hat.

Seitens der Warriors hat man klar darauf hingewiesen, dass es hier nicht nur um den Sieg sondern auch in gewisser Weise um die Ehrrettung geht. Selbstverständlich wollte man aber keine Risiken mehr eingehen was bereits angeschlagene Spieler angeht. Deshalb blieben am heutigen Sonntag einige Leistungsträger an der Seitenlinie. Nicht viel anders sah es bei den Gladiators aus, auch sie verzichteten über weite Strecken auf ihren amerikanischen Quarterback.

Das Spiel begann ganz nach dem Gusto der Warriors. Die Gladiators bekamen zuerst in Ballbesitz konnten diese erste Chance nicht nutzen, ihr Ballträger verlor den Ball und die Warriors konnten angreifen. Moritz Boller fand seinen Passempfänger Finn Seidelmann im dritten Versuch und dieser gelangte mit grossen Schritten in die Endzone. Nur wenig später war ein perfekt gekickter Punt an der Basler 1-Yard-Linie gestoppt worden. Die Basler mussten aus dieser unangenehmen Spielposition starten – und kassierten einen sogenannten Safety (Ballträger geht in eigener Endzone zu Boden bzw. der Quarterback wirft den Ball zu einem „intentional grounding“ einfach weg. Und schon lagen die Warriors 8:0 in Führung. Danach drehten die Gladiators die Partie aber. Und bis zur Halbzeit war aus der 8:0 Führung ein 8:20 Rückstand geworden.

Das zerfahrene Spiel war geprägt von vielen Flags auf beiden Seiten und gipfelte leider in zwei äusserst unschönen Szenen. Zuerst wurde der Winterthurer Roman Kuhn von seinem Gegenspieler brutal und unfair angegangen. Das Spiel musste unterbrochen werden um die schwere Armverletzung behandeln zu können. Dank dem sofortigen Eingreifen des Teamarztes und der eigenen Rettungssanitäter konnte der Verletzte stabilisiert und bis zum Eintreffen der Sanität bereits für den Eingriff im Kantonsspital vorbereitet werden.

Solche Unterbrüche und Verletzungen werden von den Mannschaften immer unterschiedlich aufgenommen. Die Warriors kamen deutlich frischer als die Gladiators aus der Zusatzpause. Das Spiel wurde nun noch ruppiger – was zur zweiten unschönen Situation führte. Ein Winterthurer Verteidiger pflückte einen Basler Pass wunderbar aus der Luft und erzielte einen vermeintlichen Touchdown. Aber weil ein Teamkollege nach dem Ballbesitzwechsel einen Basler brutal von den Beinen holte wurde nicht nur der Touchdown aberkannt, auch der Winterthurer Verteidiger wurde wie zuvor der Basler Übeltäter vorzeitig unter die Dusche geschickt. Nach der erneuten kurzen Unterbrechnung griffen die Warriors aber zum Schlussangriff. Gleich zu Beginn des vierten Viertels war es dann Pascal Rüegg, der von Quarterback Moritz Boller mit einem Pass bedient wurde. Rüegg durchbrach sämtliche Tackles und lief fast diagonal über den Platz zum zweiten Winterthurer Touchdown und konnte dank einem PAT auf 15:20 verkürzen.

Dann begingen die Basler möglicherweise den spielentscheidenden Fehler: An der eigenen 30-Yard-Linie spielten sie einen vierten Versuch aus – und scheiterten prompt was den Warriors Ballbesitz tief in der Basler Hälfte bescherte. Auch die Warriors standen vor der Wahl, im vierten Versuch auszuspielen oder zu punten. Für einen Punt waren sie zu weit im Basler Feld. Für ein Field Goal zu weit weg vom Tor. Logisch, spielt man nun aus. Boller spielte aus, zielte auf Yannick Bünzli und der ehemalige Goalie sicherte den Ball zum neuen First Down. Von da ging es dann rasch, Boller suchte Jonas Pflüger, fand ihn in der Endzone und die Warriors führten plötzlich wieder mit 21:20. Coach Daruich liess für 2 Zusatzpunkte aufstellen und auch diese zwei Punkte wurden gebucht, 23:20. Dieses Comeback konnten die Gladiators nicht mehr kontern und die Warriors brachten den knappen Vorsprung souverän über die Zeit.

Damit endet eine durchzogene NLA-Saison mit einem doch erfreulichen Sieg über die Basel Gladiators. Das Team wird nun noch Abschlusstrainings absolvieren bevor die Mannschaft in eine längere Sommerpause verabschiedet wird.

Winterthur Warriors vs. Basel Gladiators 23:20 (8:0 / 0:20 / 0:0 / 15:20)
Stadion Deutweg, Winterthur – 530 Zuschauer

Quelle: Winterthur Warriors – Manuel Aeberli
Fotos: © Michael Walch / JustPictures

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