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Coach Esume: Believe the Hype!

Die verrückte Welt des American Footballs

ÜBER DAS BUCH  – Über zwei Millionen Zuschauer um 2 Uhr nachts sprechen für sich: Football ist das nächste große Ding in Deutschland! Und Patrick Esume steht für diesen Sport wie kein Zweiter. Von seinen Fans kurz und bündig »Coach« genannt, vermittelt er die Faszination dieses Sports als TV-Experte und auf seinem Youtube- Kanal mit jeder Menge Action, Fachwissen und Witz. Und mit genau diesen Qualitäten erklärt der einzige Deutsche, der schon einmal in der NFL gecoacht hat, in seinem Buch »Believe the Hype!« alle Facetten des amerikanischen Nationalsports.

Darin teilt er nicht nur seine absolute Football-Begeisterung, sondern beleuchtet auch so kenntnisreich wie unterhaltsam die komplexen Spielregeln – wobei sowohl Neueinsteiger als auch eingefleischte Fans auf ihre Kosten kommen. Ausgeschmückt wird die Hommage an die verrückte Sportart mit spannendem Hintergrundwissen und zahlreichen Insider- Anekdoten, z.B. rund um das Spektakel des Superbowls. Aber auch Patrick Esumes persönlicher Werdegang kommt nicht zu kurz: beginnend mit seiner Kindheit in Hamburg, über den Wechsel vom Fußball zum Football im Alter von 18 Jahren, gefolgt von acht Jahren auf dem Spielfeld und 15 Jahren als Trainer in Europa und den USA. Aktuell ist der 1,88m-Hüne Chefcoach der französischen Nationalmannschaft sowie TV-Experte und -Moderator bei »ran NFL«.

In seinem ersten Buch malt Esume ein mitreißendes Bild von einem Sport, der als Schach mit menschlichen Figuren gilt und laut Autor die Urinstinkte eines jeden Mannes anspricht: Jagen, Erlegen, Beschützen. In diesem Sinne: »Believe the Hype!«

DIE AUTOREN

PATRICK »COACH« ESUME, 1974 in Hamburg geboren und aufgewachsen, spielte Fußball, bevor er zum American Football wechselte. Hier gewann er mehrfach die deutsche Meisterschaft, den Euro- und den World-Bowl – als Spieler wie als Trainer. Er war außerdem für amerikanische NFLTeams tätig. Seit 2015 ist er TV-Experte von »ran NFL« bei SAT.1 und ProSieben MAXX, deren Moderation er 2017 übernimmt.

BJÖRN JENSEN ist Buchautor und Sportredakteur beim Hamburger Abendblatt, seine Fachgebiete sind Boxen, Hockey, Tennis, Eishockey, Volleyball und olympischer Sport – und neuerdings Football.

INTERVIEW MIT DEM AUTOR

EDEL BOOKS Über zwei Millionen Deutsche müssen nachts raus. Doch nicht wegen Blasenschwäche, sondern weil sie die US-Amerikanische NFL-Saison im TV verfolgen. Wie erklärst du dir die zunehmende Begeisterung für American Football in Deutschland?

PATRICK ESUME Unser Sport begeistert einfach. Die Geschwindigkeit, Größe und auch die Kraft der Athleten ist beeindruckend. Dazu liefert die NFL grandiose Bilder aus den unglaublichsten Winkeln, was dem Zuschauer erlaubt, ganz nah dran zu sein.

Als Football-Experte lieben dich deine Fans für deine Sachkenntnis genauso wie für deine Leidenschaft und den Spaß, den du vermittelst. Mit genau diesen Qualitäten erklärst du in deinem Buch alle Facetten dieser verrückten Sportart. Wie bist du auf die Idee gekommen, deine Sportbegeisterung zu Papier zu bringen?

Eigentlich hat mich Frank Buschmann, mit dem ich viele Live-Spiele kommentieren durfte, auf diese aberwitzige Idee gebracht. Mitten in einer Sendung hat er mich vor laufenden Kameras förmlich dazu gezwungen, meine Kenntnisse über den Sport, die Faszination und auch das Geschäft schriftlich festzuhalten.

An wen richtet sich »Believe the Hype!« in erster Linie?

Dieses Buch ist kein Football-Einmaleins. Sowohl Neueinsteiger als auch Experten werden angesprochen, da ich über die Dinge des Footballs schreibe, die nicht bei Google aufzurufen sind.

Du sagst: »Football erfüllt die Grundbedürfnisse des Mannes – Jagen, Erlegen und Beschützen.« Du selbst bist im Alter von 18 Jahren dem amerikanischen Nationalsport verfallen. Wie kamst du zum Football? Und auf welcher Position hast du gespielt?

Ich bin mit 18 Jahren relativ spät zum Football gekommen. Der Freund einer Freundin, Frank Fischer, hat mich einfach mal zum Training mitgenommen, bei dem ich dann jeden Tag mächtig auf die Rübe bekam, aber es irgendwie auch cool fand. Der Geruch der Shoulder Pads und der Team-Zusammenhalt, der gänzlich anders war als beim Fußball, haben mich fasziniert. So hat alles angefangen. Gelandet bin ich dann auf der Position des Defensive Backs (Passverteidigung).

Football gilt als »Schach mit Kühlschränken« – wie es bei »ran NFL« oft heißt. Was macht für dich die Faszination des Spiels, vor allem im Vergleich zu anderen Sportarten, aus?

Die Theorie und das Kalkül, gepaart mit der rohen Gewalt, die auf dem Platz herrscht, macht für mich den Unterschied aus. Keine andere Sportart vereint Schach mit Full Body Combat. Ein anderer wichtiger Unterschied zu anderen Sportarten ist das Miteinander unter den Spielern … Ich glaube in keinem anderen Sport muss man so nah zusammenrücken wie im Football. Man lernt, sein Ego hintenanzustellen und dass das große Ganze deutlich mehr zählt als die Einzelleistung.

Coach Esume im Gespräch mit »ran NFL«-Kollege Christoph »Icke« Dommisch und NFL-Spieler Kasim Edebali. © Hans Ripa

Als TV-Experte und Moderator deines YouTube-Kanals bringst du Laien den komplexen Sport näher. Welche sind die drei wichtigsten Grundregeln, die ich als Zuschauer kennen muss?

1. Man spielt wie im Fußball mit elf Spielern.

2. Man hat vier Versuche zehn Yards zu überbrücken, um vier neue Versuche zu bekommen.

3. Grätschen ist verboten …

Du bist der einzige Deutsche, der schon mal in der NFL gecoacht hat. Wie kam es dazu, dass du die Seiten – vom Spieler zum Trainer – gewechselt hast und heute nur noch als der »Coach« bekannt bist?

Diese Frage stelle ich mir auch ab und zu! Geplant habe ich es nie,Trainer zu werden und als Experte im TV zu sitzen, geschweige denn ein Buch zu schreiben. Nachdem ich 2000 meine aktive Laufbahn an den Nagel gehängt hatte, wollte ich eigentlich nur ein wenig helfen, das was ich gelernt habe, an junge Spieler weiterzugeben. Aus dem »Helfer« wurde »Coach Esume«.

Wer sind deine absoluten Idole im American Football – sowohl als Spieler als auch als Trainer?

Der Hall of Fame Running Back Jim Brown ist für mich eine der Ikonen der NFL, da er sowohl auf dem Platz Unglaubliches leistete, als auch abseits des Feldes politisch sehr engagiert war.

Du bist DAS Gesicht der Sportart in den deutschen Medien, was vor allem an deiner Präsenz bei »ran NFL« liegt. Wie gestaltete sich dein Einstieg ins TV-Geschäft?

Wie vieles in meinem Leben war auch der Einstieg in die TV-Welt eher ein Zufall! Der Beginn war aber, dank Frank Buschmann, sehr entspannt. Mit einem alten TV-Schlachtross wie ihm ist so eine dreistündige Live-Sendung ziemlich einfach, da es immer was zu Lachen gibt.

Beim Coaching der Hamburg Sea Devils. © Michael Freitag

Wie war es für dich, das erste Mal live vom größten Sportevent der Welt, dem Superbowl, zu berichten?

Der Superbowl 51 war etwas ganz besonderes für mich, da ich das erste mal die Chance hatte, die gesamte Hot Week (Woche vor dem Superbowl) mitzuerleben. Vom Media Day über die Pressekonferenzen bis zur NFL Experience war das ein ganz großes Erlebnis, bei dem ich viele alte Freunde aus NFL Europe-Zeiten wiedertreffen durfte. Dass wir mit diesem Superbowl auch noch ein besonders geschichtsträchtiges Finale erleben durften war dann das Sahnehäubchen.

Am 7. September startet die neue NFL-Saison. Welche Mannschaften sind aus deiner Sicht die heißesten Anwärter auf den Superbowl und welche jungen Talente sollte man im Auge behalten?

Der Titelverteidiger aus New England ist auf jeden Fall wieder einer der Top-Favoriten, aber auch die Green Bay Packers sind ein heißer Kandidat. Besonders gespannt bin ich auf das junge dynamische Duo aus Dallas in ihrem zweiten Jahr in der NFL. Auch von Jameis Winston, dem jungen Quarterback aus Tampa, erwarte ich mir viel.

Abschließend: Wie sieht die Zukunft der Sportart in Deutschland aus? Glaubst du, Football kann irgendwann einmal mit Fußball gleichziehen?

Zu glauben, dass Football irgendwann mit dem Fußball gleichziehen wird, wäre vermessen. Dennoch glaube ich, dass sich der beste Sport der Welt hier in Deutschland weiterhin etablieren wird. Die Kids laufen in die Vereine und wollen das, was sie jeden verdammten Sonntag im TV sehen, auch mal selbst versuchen. Die Ernte des Hypes werden wir in fünf bis acht Jahren hoffentlich in Form von mehreren deutschen NFL-Spielern einfahren. Coach Esume im Gespräch mit »ran NFL«-Kollege Christoph »Icke« Dommisch und NFL-Spieler Kasim Edebali.

MEHR ÜBER COACH ESUME

Stationen und Erfolge

Coach Esumes persönliche Top 5 Auszeichnungen (als Spieler und Trainer):

2x German-Bowl-Sieger (1996, 2010)
3x Eurobowl-Sieger (1996-1998)
2x World-Bowl-Sieger (2003, 2007)
Französischer Meister im American Football (2009)
GFL-Coach-Of-The-Year (2010)
EFL-Bowl-Sieger (2014)

Auszüge seiner Trainerkarriere:

2002-2007: Stationen in der NFL und NFL Europe (erster und bislang einziger Nicht-Amerikaner als  Koordinator in der NFL Europe)
2008-2009: Head Coach bei Flash de La Courneuve in der 1. Liga des American Football in Frankreich (Eurobowl-Finalist und Landesmeister)
2009-2014: Head Coach bei den Kiel Baltic Hurricanes in der German Football League (German-Bowl- und European-Football-League-Bowl-Gewinner)
seit 2014: Trainer der französischen Nationalmannschaft (Head Football Coach)

DIE BESTEN TRAINER DER NFL-GESCHICHTE

1. VINCE LOMBARDI
2. BILL WALSH
3. DON SHULA
4. CHUCK NOLL
5. BILL BELICHIK

DIE GRÖSSTEN VORURTEILE ÜBER AMERICAN FOOTBALL

1. FOOTBALL IST KOMPLIZIERT
2. DIE SPIELER SIND NUR GROSS, ABER UNBEWEGLICH
3. BEIM FOOTBALL SIND ALLE GEDOPED
4. DAS IST KEIN SPORT, DAS SIND NUR MENSCHEN
DIE INEINANDERFALLEN
5. FOOTBALLSPIELER SIND DUMM

DIE BEDEUTENDSTEN SPIELER DES AMERICAN FOOTBALL

1. JIM BROWN
2. WALTER PAYTON
3. JERRY RICE
4. TOM BRADY
5. JOE MONTANA

Quelle: EDEL BOOKS + Patrick Esume
Fotos: © Hans Ripa + Michael Freitag + Björn Jensen

 

 

 

 

 

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