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Im dritten Aufeinandertreffen ein Remis

Aller guten Dinge ist Drei, sagt der Volksmund, im Falle des Aufeinandertreffens der Stuttgart Silver Arrows mit den Albershausen Crusaders am vergangenen Sonntag im Stadion Festwiese, ist dies aus Sicht beider Teams wohl zutreffend, für die Stuttgarter war das 15:15 am Ende aber eher unbefriedigend.

Ein starkes erstes und letztes Viertel reichten nicht, um den Sieg nach Hause zu tragen und zum Ende musste man noch froh sein, das Unentschieden gehalten zu haben. Damit stehen die Arrows im Cyrus-Cup gegen die Fellbach Warriors, die bereits fürs Finale qualifiziert sind, unter Zugzwang. Nur mit einem Sieg hat man selbst noch alles selbst in der Hand.

Dieses Mal als Defensive End aufgestellt, ging Johannes „Speedo“ Fischer (#9) seinem liebsten Hobby nach, Quarterback-Sacks, davon verbuchte er 3,5 im Spiel gegen die Crusaders.

Der Zuschauerzuspruch hielt sich in Grenzen, anscheinend lockte das Dritte Aufeinandertreffen der Teams keinen mehr hinter dem Ofen hervor. Dabei verpassten diejenigen, die den Weg nicht ins Stadion gefunden hatten, eine spannende Partie. Wie gewohnt gönnten sich beide Teams keinen Stich und das Spiel war hart umkämpft. Den besseren Start erwischten dabei die Arrows, die nach einer Interception von Cederic König bereits tief in der gegnerischen Hälfte in Ballbesitz kamen. Dort löste dann Thomas Kübel-Sorger das Problem selbst, als er im vierten Versuch aus 35 Yards den Weg in die Endzone fand. Paul Steigerwald setzte den Zusatzkick zwischen die Stangen und erhöhte so auf 7:0.

Das war es dann auch im ersten Viertel und ab sofort dümpelte das Spiel etwas hin und her, ehe Unaufmerksamkeiten der Stuttgarter Defense den Crusaders unverhofft den Anschluss einbrachten. Immerhin konnte nach dem 1 Yard Touchdown-Lauf der Zusatzkick von Johannes Fischer geblockt werden. Die Nervosität bei den Arrows nahm zu. Offensiv lief es nicht mehr rund und die Crusaders nutzen die Schwächen der Defense der Arrows, die an der Line mit der Notbesetzung spielten (die aber vom Coach für die dennoch sehr gute Leistung gelobt wurde!) und konnten mit einem 40 Yard Fieldgoal die Führung an sich reißen. Mit dem 7:9 ging es dann in die Halbzeit.

Quarterback Thomas Kübel-Sorger (#4) erwischte keinen überragenden Tag, ist hier aber auf dem Weg in die Endzone zur 7:0 Führung.

Allerdings dauerte es nicht lange, ehe der nächste Dämpfer kam. Albershausen hatte sich zu einem Punt aufgestellt, doch anstatt den Ball in Richtung der Arrows zu kicken, nahm der Punter die Beine in die Hand und rannte los. Zum Glück für die Arrows wurde der Jubel der Crusaders über einen vermeintlichen Touchdown durch ein Foul negiert. Den First Down konnten diese dann aber dennoch nutzen und am Ende kam der Touchdown doch noch, als der Quarterback, als er keine Anspielstation fand, 17 Yards quer durch die Defense in die Endzone sprintete. Der anschließende 2-Punkt-Versuch wurde gestoppt, aber nun lagen die Arrows schon mit 7:15 zurück.

Im vierten Viertel kamen die Arrows wieder besser in Schwung. Mit einem ersten Versuch an der 18 Yard-Linie der Crusaders keimte auch wieder Hoffnung auf, doch die ersten zwei Pässe fanden keinen Abnehmer, der dritte brachte immerhin 8 Yards ein. Stefan Muffler, der etatmäßige Kicker war nicht dabei, daher entschied Doh, den Versuch auszuspielen. Kübel-Sorger sprintete Richtung Außenseite, verpasste den neuen First Down aber um wenige Zentimeter. „Das wäre so wichtig gewesen“, erinnert sich Headcoach Jürgen Doh mit etwas Wehmut nach dem Spiel.

Ungewohnte Nummer, Linebacker Alexander Abramow (#53), sonst mit der 88 unterwegs, half heute auch in der Offense-Line aus.

Jedoch kamen die besten Szenen des Spiels noch. Albershausen musste sich nach einem 3-and-out mit einem Punt vom Ballbesitz trennen und Stuttgart kam kurz vor der Mittellinie wieder mit der Offense aufs Feld. Kübel-Sorger nahm etwas ungenau Maß und warf einen Pass etwas in den Rücken seines Receivers, der konnte den Ball nur leicht abfälschen und es schien, als würde der Ball auf den Boden fallen, doch prallte der Ball vom Fuß eines Verteidigers direkt in die Hände eines seiner Kollegen und die Crusaders hatten den Ball wieder. Aber nur kurz, denn den nächsten Pass der Crusaders schnappte sich König und sprintete über 46 Yards in die Endzone der Gäste. Anschließend fand Kübel-Sorger in Steigerwald einen Abnehmer für den 2-Punkt-Versuch und im Stadion kam Jubel über den Ausgleich auf.

Und es schien, als hätten die Silberpfeile nun das Spiel und den Gegner in der Hand. Der wurde an der Mittellinie gestoppt und im Gegenzug ging es rasch bis an die 11 der Crusaders. Dort segelten dann aber drei Pässe über die Receiver hinweg und die Arrows versuchten ein Fieldgoal. Durch einen Fehlstart und einen Auswechselfehler in der Folge erschwerten sich die Stuttgarter selber die Punkte und der 37 Yard Kick von Steigerwald war nur zwei, drei Meter zu kurz.

Linus Fackler (#81) kämpft um einen First Down und erreicht ihn auch.

So was, das wissen alle Sportler, kann sich rächen und nach ein paar Fehler in der Offense erhielt Albershausen nach einem Punt den Ball an der Stuttgarter 30er, arbeitete sich sogar bis zur 5 vor, musste dann aber ein 30 Yard Fieldgoal versuchen. Aber auch Albershausen war nicht fehlerfrei und der Snap geriet zu hoch, der Kicker konnte den Ball gerade noch fangen, war dabei aber bereits mit dem Knie am Boden und der Versuch damit hier beendet. Die verbliebene Zeit reichte für die Arrows nicht mehr, um nochmal das Ruder herumzureißen.

„Da war mehr drin“, ärgert sich Doh, der aber auch weiß, dass es anders hätte ausgehen können. „Ich muss unserer Defense einen großen Dank aussprechen, denn die hat uns heute gerettet.“ Defensive Coordinator Reiko Klimpsch bedankte sich umgekehrt bei Spielern der Offense Line, die beim letzten Fieldgoalversuch der Gäste in die D-Line gekommen waren und den hohen Snap forciert hatten. „Auch das hat uns gerettet!“ Zufrieden kann man mit dem Unentschieden jedoch nicht sein. „Woran es am Ende gelegen hat“, wird Doh gefragt. „Wie immer sind Fehler entscheidend, ob ein zu hoher Snap, ein unnötiges Foul, oder ein falsch geworfener Pass. Und davon haben wir zu viele gemacht.“

Quelle/Fotos: © Stuttgart Silver Arrows – Klaus Krauthan

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