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Men in Blue verlieren Hitzeschlacht in Langenfeld denkbar knapp

Die Assindia Cardinals sind hauchdünn am Auswärtssieg bei den Langenfeld Longhorns vorbeigeschlittert. Bei drückender Hitze im Langenfelder Jahnstadion mussten sich die Men in Blue dem Tabellenführer der Zweiten Liga (GFL2) denkbar knapp mit 28:29 (7:7, 14:7, 7:15, 0:0) geschlagen geben, konnten den Rasen nach einem Spiel auf Augenhöhe aber dennoch erhobenen Hauptes verlassen. Nach nun zwei Siegen und zwei Niederlagen in dieser Saison rangieren die Essener auf dem fünften Tabellenplatz der Nord-Gruppe.

Longhorns-Quarterback Michel Fritsche eröffnete die Hitzeschlacht im Rheinland, als er sich im ersten Viertel aus kurzer Distanz zum ersten Touchdown des Tages durchtankte. Auch der Extrapunkt-Versuch war erfolgreich – 7:0 für die Hausherren. Die Gäste aber hatten die erhoffte Antwort parat und glichen kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts aus. Cardinals-Quarterback Marvin Neese, der für den kranken Alexander Jodlauk auf die Spielmacher-Position rückte, übergab das Ei Running Back Brett Sylve, der sich aus drei Yards Distanz durchschlängelte bis in die Endzone.

Auch die MiB verwerteten ihren PAT durch Kicker Tim Rechter – 7:7. Zu Beginn des zweiten Viertels konnte auch Neese mit Verdacht auf Rippenbruch nicht weitermachen, sodass der junge Lars Sell von nun an den Posten des Quarterbacks übernahm.

Die Langenfelder gingen in den zweiten zwölf Minuten zwar erneut durch Fritsche, der es wieder selbst machte, in Führung (+PAT), die Essener aber schlugen wieder zurück. Diesmal war es Sylves kongenialer Partner, Darnell Walker Jr., der sich von der 10-Yard-Line bis zur Goalline durchsetzte.

Erneut kickte Rechter das Leder zwischen die Stangen und sorgte für den Zusatzpunkt. Doch das sollte es bis zur Halbzeitpause noch nicht gewesen sein. Cardinals-Linebacker Ennes Oberheitmann fing in der eigenen Hälfte einen Passversuch von Fritsche ab und konnte erst kurz vor der Langenfelder Endzone wieder gestoppt werden – Interception und die große Chance zur Führung. Die ließ sich erneut Running Back Walker Jr. nicht nehmen und beförderte das Spielgerät per Lauf in die Endzone. Kicker Rechter tat sein Übriges und die Men in Blue gingen mit einem etwas überraschenden Halbzeitstand von 21:14 in die Pause, aus der der Langenfelder Fritsche nicht mehr herauskam. Er verletzte sich in der ersten Halbzeit und wurde von Nick Schaper ersetzt.

Die Gastgeber versuchten sich – wie bereits im zweiten Viertel – über ein Field Goal. Der Versuch scheiterte jedoch erneut, weil die Cardinals blockten. Der Essener Wide Receiver David Kiel nahm den Ball auf und trug ihn aus der eigenen Hälfte zum Touchdown. Rechter setzte mit seinem Kick noch einen Punkt obendrauf und die Gäste führten auf einmal mit 28:14. Doch genauso schnell, wie die MiB die Führung ausgebaut hatten, war sie auch schon wieder geschrumpft. Der Langenfelder Defensive Back Etienne Keßler-Martinez lief über den gesamten Rasen zum Kickoff-Return- Touchdown. Weil die Longhorns den PAT fakten und stattdessen zur Two-Point-Conversion ansetzten, die Arne Götz mühelos verwandelte, waren sie auf einmal in der Lage, mit dem nächsten Touchdown und Extra-Punkt in Führung zu gehen.

Und diese Chance ließen sie sich nicht nehmen: Schaper übergab das Ei zwei Yards vor der Endzone Running Back René Weile, der den Touchdown zum 28:28-Ausgleich erzielte. Der anschließende Extra-Punkt-Versuch sollte das Spiel bereits am Ende des dritten Viertels entscheiden: Sebastian Brocker verwandelte und brachte sein Team wieder in Führung – 29:28. Die Longhorns versuchten im Schlussviertel, den Vorsprung durch ein Field-Goal auszubauen, doch auch im dritten Versuch an diesem Nachmittag scheiterten sie. Die Cardinals aber machten es nicht besser: Ihre letzte große Chance, das Spiel doch noch zu gewinnen, vergaben sie ebenfalls per Field-Goal-Versuch aus 47 Yards Distanz. Rund vier Minuten vor dem Ende flog der Ball knapp am Ziel vorbei. Das Spiel war verloren – das Team und die Coaches aber dennoch stolz auf die Leistung der dezimierten Men in Blue.

Die Stimmen zum Spiel:

Bernd Janzen, Headcoach: „Wir haben gegen den Tabellenführer eigentlich kämpferisch ein gutes Spiel geliefert. Wir lagen zwischenzeitlich schon einmal mit 14 Punkten vorne, haben am Ende aber wohl auch der Hitze und den Ausfällen ein bisschen Tribut zollen müssen, die wir schon von vornherein hatten – etwa Quarterback Alexander Jodlauk. Unser zweiter Quarterback Marvin Neese ist ja auch schnell ausgefallen. Dafür hat dann unser dritter Quarterback gespielt, bei dem ohnehin geplant war, dass er Spielzeit bekommt. Lars hat aber noch nie in seinem Leben ein Spiel gestartet. Dem Jungen kann man keinen Vorwurf machen, er hat es gut gemacht, nur hat es letztlich nicht ganz gereicht.“ Florian „Tic Tac“ Hartmann, Offense Coordinator: „Manchmal ist es schlimmer, mit einem Punkt Unterschied zu verlieren, als eine Klatsche zu bekommen. Wir haben zwar nicht damit gerechnet, dass wir gewinnen, aber natürlich fährt man nicht irgendwo hin, um nicht ernsthaft zu versuchen, als Sieger vom Platz zu gehen. Ich habe zwar Vertrauen in das Team, aber ich weiß natürlich auch um die Fähigkeiten von Langenfeld. Und ich war echt überrascht, dass wir sie so dominiert haben. Am Ende haben wir uns selbst geschlagen, weil wir zu viele Fehler gemacht haben und zu nervös waren. Lars als dritter Quarterback hat aber einen Riesenjob gemacht.“

Dennis Frieg, Team-Captain und Linebacker: „Ich bin extrem stolz auf das Team, weil wir eine super Leistung gezeigt haben. Am Ende haben wir leider einige Fehler mehr gemacht als unser Gegner. Vor allem die Fehler in den Special Teams haben uns ein bisschen das Genick gebrochen. Wenn wir so weitermachen, wie wir es heute gezeigt haben – uns stand immerhin der Tabellenerste gegenüber – können wir ganz weit oben mitspielen. Dafür müssen wir in den nächsten intensiven Trainingswochen nur noch an ein paar Stellschrauben drehen. Und dann werden wir dem nächsten Gegner, den Solingen Paladins, endgültig zeigen, was wir wirklich können.“

Quelle: Assindia Cardinals – Julian Lötte
Fotos: © S. Schneider

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