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Von der Obdachlosigkeit zum College-Rekordspieler und Rapinoe-Fan

Najee Harris vor dem NFL Draft

Najee Harris zählt zu den besten Running Backs im NFL Draft 2021. Hinter dem 22-Jährigen liegt eine Fabelsaison mit zahlreichen Rekorden – allerdings auch eine schwere Kindheit in Obdachlosigkeit und mit Gewalt. Das ist seine Geschichte.

Najee Harris kennt die Bay Area an der Westküste der USA wie seine Westentasche. Richmond, etwas nördlich von Berkeley? Hercules in der Bucht von San Pablo? Antioch und Pittsburg weiter im Osten? Oakland, die drittgrößte Stadt der Bay Area? Harris hat in all diesen Orten gewohnt.

Lange geblieben ist er allerdings nie. „Da müssen Sie meine Mom fragen“, antwortet Harris, wenn er gefragt wird, wie oft er bereits von einer in eine andere Stadt ziehen müsste. Einen Heimatort hat er nicht. Die Bay Area ist seine Heimat.

Harris‘ Mutter hat ihren High-School-Abschluss erst nach seiner Kindheit erworben, sein Vater konnte sich nie lange in einem Job halten. Die Familie zog von Ort zu Ort, oft von Obdachlosenheim zu Obdachlosenheim.

„Wir haben oben geschlafen, unten gab es essen“, erinnert sich Harris an eine seiner Unterkünfte zurück. „Ameisen sind über das Essen gekrochen, es gab jede Menge Obdachlose. Wir haben dort knapp ein Jahr gewohnt. Wenn es kein freies Obdachlosenheim gab, haben wir bei Freunden geschlafen. Oder im Auto.“

Harris sollte damals nie im Auto schlafen müssen. Seine Mutter, Tianna Hicks, schickte ihn zu Bekannten, um dort zu übernachten. Doch Harris kehrte immer zurück: „Wenn meine Mom im Auto schlafen muss, dann schlafe ich mit Ihr im Auto“, sagt er.

Najee Harris: Obdachlosigkeit und Gewalt in der Kindheit

Rund eins von 50 Kindern kommt in den USA einmal in seinem Leben mit Obdachlosigkeit in Kontakt, pro Jahr etwa 1,5 Millionen. Harris war eines dieser Kinder.

Sein Vater Curt war drogenabhängig. Auch deshalb verlor er seine Jobs immer wieder, auch deshalb mussten Harris und seine Geschwister so oft umziehen. Gewalt war innerhalb der Familie keine Seltenheit. Curt verletzte seine Kinder verbal und körperlich. Tianna musste sich zwischen ihre Kinder und ihren Mann stellen.

Es seien „harte Schläge“ gewesen, sagt sie heute. „Najee hat mich nie mit so schlimmen Blessuren gesehen wie meine älteren Kinder. Aber es war immer noch hart. Sie mussten viel mit ansehen.“

„Ich war wie ein Feuerzeug. In der einen Minute konnte ich so sein, in der nächsten so. Ich war hochaggressiv bis ich 21,22 oder 23 war“, blickt Curt heute zurück. „Ich habe keinen F*** auf irgendetwas gegeben. Es war ein absoluter Albtraum, ich wünschte das wäre nie passiert.“

Das Aufwachsen mit seinem Vater hat Harris geprägt: Als ein Doktor ihm einst Schmerzmittel verschreiben wollte, die Sucht als mögliche Nebenwirkung beinhalteten, brach er die Behandlung ab. Kontakt zu Curt hat er schon lange keinen mehr. Harris‘ Eltern trennten sich, bevor er ein Teenager wurde.

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