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Zurück ins Rampenlicht

Als Lisa Migenda vor drei Jahren mit den Bürstadt Redskins Vize-Europameisterin im Cheerleading wurde ahnte sie nicht, wie lange die Pause bis zur nächsten Meisterschaft werden würde. Erst jetzt am 30. April in der Weststadthalle in Bensheim treten die Cheerleader wieder ins Rampenlicht.

Als Trainerin des Junior Teams bereitet Lisa Migenda im Moment 20 junge Sportlerinnen auf den nächsten Wettkampf am 30. April in Bensheim vor. Corona hat alles verändert. In den letzten zwei Jahren gab es keine Wettkämpfe. Auch das Training war lange Zeit eingeschränkt. Das hatte Folgen. Viele Cheerleader haben aufgehört, aber die 13 Abgänge in ihrem Team wurden durch genauso viele Neuzugänge kompensiert. Das Training wurde immer wieder angepasst auf die aktuellen, sich ständig ändernden, Corona-Bedingungen. Zu Beginn wurde Krafttraining und Motiontraining gemacht, später auch Sprungkrafttraining und Tumbling in Kleingruppen. „Am Ende konnten mit dem Team in Jumphalls gehen. Das hat viel Spaß gemacht, den Teamgeist gefördert und wir sind besonders eng zusammengewachsen“ weiß Lisa Migenda. „Der Zusammenhalt ist in diesen Zeiten besonders wichtig“. Das Konzept hat viele Neueinsteiger, die während Corona nichts mit der neuen Freizeit anfangen wussten, überzeugt. Besonders erfolgreich war die Akquise bei den Geschwisterkindern der Cheerleader und Jugendfootballer. Die Bürstadt Redskins fühlen sich als Football Family, zeigen das auch bei allen Gelegenheiten und dieses Gemeinschaftskonzept hat sich bewährt. Bei den Meisterschaften werden die Footballer der Redskins ihre Cheerleader lautstark anfeuern.

„Unsere Abteilungsleitung hat uns Coaches den Rücken frei gehalten“ freut Lisa Migenda sich über die funktionierenden Strukturen im Verein. Von der kompletten Organisation der Cheerleadermeisterschaften als Gastgeber bekommen die Aktiven nichts mit. Sie können den Fokus auf die Vorbereitung der Meisterschaften legen, was schon schwierig genug ist. Von den 20 aktiven Juniors sind in der Regel nur 16 im Training. „Mittlerweile hat bei uns fast jeder einmal Corona gehabt. Zum Glück wurden alle wieder gesund, aber wir konnten bisher noch nie komplett trainieren“ sagt die engagierte Trainerin. „Normalerweise ist die Vorbereitungszeit auf eine Meisterschaft doppelt so lang. Diesmal ist unser Ziel ist eine saubere Routine und das alles steht. Mehr nicht.“

Diese Konzentration auf das Wesentliche hat ihr als aktive Sportlerin auch schon geholfen. Bei den Deutschen Meisterschaften stand sie mit den Seniors zweimal auf dem Treppchen. Nach einer misslungenen Landesmeisterschaft hatten sie sich 2019 nur per Wildcard für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, aber durften durch den Erfolg dort Deutschland bei den Europameisterschaften 2019 vertreten. Diese fanden zufällig auch noch vor der Haustür in Heidelberg statt. Zwei Jahre zuvor hatten die Redskins Cheerleader schon bei der EM in Kroatien Erfahrung sammeln können. Das zahlte sich aus und sie konnten 2019 voller Stolz den Vize-Europameisterschaftstitel sichern. Der Karrierehöhepunkt direkt vor Corona.

Für die 31jährige Lisa Migenda, die vor x Jahren in Viernheim mit Cheerdance anfing und seit 2010 ein Teil der Redskins Family in Bürstadt ist, änderte sich viel. Im Moment pausiert sie mit dem aktiven Sport, weil das zweite Kind unterwegs ist. Auch die Seniors befinden sich im Umbruch, aber in Zukunft will sie wieder einsteigen. „Ich habe einige Cheerleader aus dem jetzigen Jahrgang schon als Peewees erlebt. In Zukunft zusammen mit ihnen bei den Seniors zu cheeren und ihre Entwicklung mit zu begleiten ist toll“ freut sie sich schon.

Im Coaching Staff der Redskins hat sie mittlerweile die Rolle der „Mutti im Laden“ übernommen. Für die drei Teams sind die Redskins mit fünf Trainierinnen gut besetzt. Deshalb hat sie den Fokus auf die Coaches gelegt, die sie in ihrer weiteren Entwicklung fördern will, ihnen den Rücken freizuhält und mit ihrer Erfahrung die Coaches vorbereitet auf die nächsten Aufgaben. Ganz ähnlich wie in ihrem Beruf als Personalreferentin. „Das hat viel mit Personalentwicklung zu tun. Eine funktionierende Struktur und Kommunikation in der Gruppe ist wichtig um gut für die Zukunft aufgestellt zu sein.“

„Cheerleading ist ein megavielseitiger Sport“

Lisa Migenda ist von ihrem Sport überzeugt. „Jeder findet seinen Platz im Team. Man kann seine Stärken und Schwächen erkunden und daran arbeiten“ Cheerleading ist eine anspruchsvoller Sport. Für den Erfolg muss man auch hart arbeiten. Dazu gehört auch die notwendige Disziplin. „Nur gut aussehen und rumstehen reicht nicht“ weiß sie. „Es ist kein Prinzessinnen-Sport.“ Dafür kann man beim Cheerleading Unmögliches möglich machen und immer wieder neue Grenzen austesten. Im Team kann man eigene Ziele verwirklichen. „Manchmal stand ich da und sagte: Wow! Wie ging das denn? Was habe ich da denn erreicht?“. Erfolge erzielt man nicht nur im Kräftemessen mit anderen Teams, sondern auch im Kampf mit sich selber. Aber am Ende geht alles nur im Team.

Am 30. April wird die Corona-Pause beendet. Ob die Bürstadt Redskins dann wieder an die Erfolge anknüpfen können, muss man abwarten. Auch die Konkurrenz ist nur schwer einzuschätzen nach zwei Jahren Pause. Aber alle Cheerleader werden die Rückkehr auf die Bühne mit viel Spass, Begeisterung und ambitionierten Sport feiern.

Mehr Infos zur Hessischen Cheerleadermeisterschaft unter http://www.afvh.de/hcm2022

Hessische Cheerleadermeisterschaft
30. April – 13:00 Uhr – Bensheim – Weststadthalle
#HCM2022

Am Start sind folgende Cheersquads

  • Bürstadt Redskins
  • Blue Diamonds Eschborns
  • Fulda Saints
  • Hanau Blaze’n Glory
  • Hanau Hornets
  • CCH Haßloch
  • TuS Ober-Ingelheim
  • Mainz Golden Eagles
  • Wiesbaden Phantoms

Quelle/Fotos: ©  AFVH – Andreas Gebeck

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